≡ Menü Tai Chi Schule - Hanau

Chinas Geisteswelt

<br/>Der große WegFernöstliche Weisheit                                                                                        oder suchten sie Informationen zu Kursen?

Um die Vielfalt der chinesischen Körper-, Geistes und Bewegungskünste besser zu verstehen, lohnt es sich ein paar Gedanken über die Herkunft und die verbindenden Glieder dieser Übungsmethoden zu machen. Alle wurzeln erst einmal in der fernöstlichen Gedankenwelt des Taoimus. Sie sind verkörpert in den Werken von Lao Tse und Dschuang Dse. Diese kann man nur begrenzt begreifen, ohne sich auch mit den Gegenspielern Konfuzius und Menzius zu beschäftigen. Die tiefe Weisheit des I Gings, des Buches der Wandlungen zu bewundern.
Diese fremde Philosophie zu verstehen, zu begreifen und für uns in Europa nutzvoll zu machen ist eine echte geistige Herausforderung. In Westen begann diese Begegnung im Zeitalter der Aufklärung z.B. bei. J.W.Goethe im ost-westlichen Diwan. So ist zum Beispiel der Spruch »Was du nicht willst was man dir tut..« fast wortwörtlich bei Konfuzius zu finden.

Vor mehreren tausend Jahren wurde in China entdeckt, daß das Leben durch das Zusammenwirken von zwei Polen: Yin & Yang genannt, bestimmt wird. Tag und Nacht, hell und dunkel, feucht und trocken, männlich und weiblich bestimmen und gestalten in ewigem Wechselspiel unser Leben, unser Wachsen und Gedeihen. Die Harmonie von Yin/Yang ist der Zustand des Tai Chi; nämlich genau das, wie man sich im Tai Chi Chuan bewegen möchte. So wird Gedankenwelt zur Bewegungswelt.

In China werden diese Erkenntnisse über Jahrhunderte verfolgt und verfeinert. Diese natürlichen, kosmischen Prinzipien Yin/Yang durchdringen alles. Beide sind untrennbar miteinander vereint aber gleichzeitig auch in permanentem Wandel. Zusammen bilden sie das Tao, den Weg, den der Kosmos geht. Seinen persönlichen Weg finden und ihn in Einklang mit dem kosmischen Weg, dem Tao, bringen ist das oberste Ziel. Ihm gilt letztendlich alles Streben.


Alle unsere Übungen entstammen dieser fremden, zum Teil höchst exotischen Kultur. Was ist mit Qi gemeint? Warum gibt es Fünf Elemente (Wu Xing)? Wie kommt es zu den Acht Trigrammen (Ba Gua)? Das alles ist spannend, fruchtbar und lehrreich. Diese Kultur hält uns in manchen Bereichen einen Spiegel vor, in dem wir unsere westliche Kultur, unser Denken noch einmal in einem anderen Licht sehen können. Wir können Fehlendes ergänzen, Falsches korrigieren, Gutes besser schätzen. Verbindendes neu schätzen. Der Gedanken des ewigen Wandels von Yin/Yang findet fast zeitgleich auch bei Heraklit im antiken Griechenland im Spruch »man kann nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen » seinen Ausdruck in »Panta rhei - Alles Fließt«.


Einfaches mechanisches Ausführen der Übungen ohne das Wissen um die Hintergründe ist auf Dauer hohl und unbefriedigend.